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St. Martin

 Seit Mitte April 2012 ist die Kirche St. Martin wegen Bauschäden nur teilweise zugänglich. Die Gottesdienste an den Sonn- und Werktagen können dennoch im hinteren Teil des Hauptschiffes gefeiert werden.

Geschichtliches

Der Bau der Jesuitenkirche

Entstehung und Ausstattung der Kirche sind mit dem Orden der Jesuiten eng verbunden. Die Jesuiten erhielten bereits 1589 den Platz an zentraler Lage der Stadt, um dort eine eigene Kirche zu bauen. Allerdings verzögerte sich der Beginn nochmals fast um 100 Jahre ehe der Bau 1686 begonnen und 1693 abgeschlossen werden konnte (Turm 1696). Die Kirche erhielt den Namen „Zum Heiligsten Namen Jesu“ und war Jesuiten- und Universitätskirche. Die Planung der Kirche lieferte Georg Dientzenhofer (gest. 1689), die Ausführung und Bauleitung übernahm sein Bruder Johann Leonhard Dientzenhofer. Für den Turm und das an die Kirche anschließende Jesuitenkolleg (heute sind dort das Pfarramt, die Fakultät Katholische Theologie sowie das Naturkundemuseum untergebracht) war P. Michael Weihl verantwortlich (gest. 1698).

Die Martinskirche als einzige Barockkirche in der Stadt Bamberg besticht vor allem durch ihre Fassade, ein Werk G.Dientzenhofers. An der Fassade, sowie an der Architektur als Wandpfeilerkirche wird die Gestalt eines typischen Sakralraums der Jesuiten erkennbar (S.Ignazio, Rom; St.Michael, München). Die Scheinkuppel ist von Giovanni Francesco Marchini im Geiste Andrea Pozzos 1716 gefasst.

Von Alt-St. Martin in die Jesuiten- und Universitätskirche
Die durch die Französische Revolution und die napoleonischen Kriege veränderten Verhältnisse in Europa wurden im Frieden von Lunéville, vom 9. Februar 1801 neu geordnet. So erhielt das Kurfürstentum Bayern u.a. das Gebiet des ehemaligen Hochstiftes Bamberg. Eine Folge dieser Veränderungen war die Säkularisation, die für Bamberg einen großen Einschnitt im religiösen Leben bedeutete. Am 22. August 1803 wies die Kurfürstliche Regierung der Gemeinde von Alt-St. Martin die Universitätskirche zu, um die „allzugroße Zerstreuung des Gottesdienstes in den unnötig vervielfältigten Kirchen“ zu begrenzen. Zaghafte Bedenken und Einwände von Seiten des damaligen Kuraten Limmer gegen einen Bezug der Universitätskirche zeigten keine Wirkung. So verließ die Gemeinde am 25. September 1803 ihre Kirche und bezog die ehemalige Jesuitenkirche. Teile der beweglichen Ausstattung, wie z.B. das Hochaltarbild, die Schmerzhafte Muttergottes, Glocken, Orgel, Vasa Sacra und Paramente wurden in das neue Gotteshaus mit übertragen. Auch immaterielle Güter wie bestimmte Andachten oder die bei Alt-St. Martin ansässigen Bruderschaften erhielten Heimat in der neuen Kirche.

In den folgenden Jahren wurde die alte Martinskirche auf dem Maxplatz, eine große gotische Kirche (siehe Abbildung) abgebrochen und der sie umgebende Friedhof aufgelöst.

Seit über 200 Jahren ist das prachtvolle barocke Gotteshaus der Ort, an dem sich die Gemeinde versammelt, um zu beten, Eucharistie zu feiern, zu taufen, zu heiraten und ihre Toten zu betrauern. Hier wird z. B. mit der Begegnung der beiden Marienfiguren aus der Oberen Pfarre und St. Martin eine 300 Jahre alte Tradition gepflegt.

Renovierungen und Restaurierungen im 20. und 21. Jahrhundert
Nach einer Außenrenovierung in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, erfolgte zwischen 1979 und 1984 eine Gesamtsanierung des Kircheninnenraums. Aus dieser Zeit stammt auch der Altar, der die Symbolik des geteilten Mantels aus der Heiligenlegende des Martin aufgreift. Gottesdienst und tätiger Dienst an den Menschen in Not gehören für die Pfarrei zusammen, was die Altargestaltung verdeutlichen will. Im Herbst 2000 konnte die Restaurierung der historischen Steinmeyer-Orgel aus dem Jahr 1896 abgeschlossen werden. Im Winter 2001 wurde das historische Geläute der Glocken von St. Martin restauriert.

St. Martin als Pfarrkirche heute

Das Pfarrgebiet von St. Martin erstreckt sich heute auf das gesamte Bamberger "Inselgebiet" zwischen den beiden Flussarmen der Regnitz. Die Filialkirche im Haingebiet, St. Josef, wurde 1969 gebaut. Die Pfarrei hat insgesamt ca. 6000 Katholiken.